Ziele

Aus CIDOC-CRM

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INHALT:  Einführung |  Ziele |  Anwendungsbereich |  Kompatibilität |  Angewandte Form und Syntax |  Modellierungsprinzipien |  Beispiele |  Hierarchien der Klassen & Eigenschaften


Die vorrangige Rolle des CRM ist es, Informationsaustausch und Integration zwischen verschiedenartig strukturierten Informationsquellen zum Kulturellen Erbe zu ermöglichen. Das CRM zielt darauf ab, semantische Definitionen und Begriffsklärungen bereitzustellen, die benötigt werden, um verschiedenartige und ortsspezifische Informationsquellen in eine zusammenhängende globale Informationsressource zu transformieren, sei es innerhalb einer größeren Institution, in Intranets oder im Internet. Die Perspektive des CRM ist institutionsübergreifend und von jeglichem spezifisch örtlichen Zusammenhang abstrahiert. Dieses Ziel bestimmt die Strukturen und den Detaillierungsgrad des CRM.

Im Wesentlichen definiert das CRM in Form einer formalen Ontologie die zu Grunde liegende Semantik von Datenbankschemata und Strukturen von Dokumenten, die zur Kulturerbe- und Museumsdokumentation benutzt werden. Es ist zugleich auch beschrankt auf diese Semantik. Es definiert keine von den Terminologien, die typischer Weise als Daten in entsprechenden Datenstrukturen erscheinen; es erklärt jedoch charakteristische Beziehungen für ihre Verwendung. Es zielt nicht darauf ab vorzuschlagen, was Kulturinstitutionen dokumentieren sollten. Vielmehr erklärt es die Logik dessen, was sie tatsächlich derzeitig dokumentieren und ermöglicht dadurch semantische Interoperabilität.

Es beabsichtigt mittels logischer Begriffe eine optimale Annäherung an die der Kulturdokumentation zugrundeliegenden intellektuellen Strukturen zur Verfügung zu stellen. Als solches ist es nicht auf implementierungsspezifische Speicherungs- und Verarbeitungsgesichtspunkte optimiert. Vielmehr stellt es die Mittel zur Verfügung, die Auswirkungen solcher Optimierungen auf die semantischen Zugriffsmöglichkeiten zu den jeweiligen Inhalten zu beurteilen.

Das CRM zielt darauf ab, die folgenden konkreten Aufgaben zu unterstützen:

  • Entwicklern von Informationssystemen als Leitfaden zur Datenmodellierung zu dienen, mit dem Ziel, Informationseinheiten der Dokumentation des Kulturellen Erbes nutzbringend zu strukturieren und zueinander in Beziehung zu setzen.
  • Als gemeinsame Sprache zwischen Spezialisten eines Wissensbereichs und Entwicklern von Informationssystemen zu dienen, um Anforderungen und Vereinbarungen von Systemfunktionen in Bezug auf die richtige Handhabung kultureller Informationsinhalte zu formulieren.
  • Als eine formale Sprache für die Identifizierung gemeinsamer Informationsinhalte in unterschiedlichen Datenformaten zu dienen; im besonderen um die Implementierung von Algorithmen zur automatischen Umwandlung von Daten zu unterstützen, die lokale Datenstrukturen ohne Bedeutungsverlust in globale Datenstrukturen überführen können. Letzteres ist nützlich für den Datenaustausch, für die Datenmigration von überkommenen Systemen (Legacy System), für die Informationsintegration und Zugriffsvermittlung(Mediation) von Daten zwischen heterogenen Informationsquellen.
  • Assoziative Suchanfragen auf integrierte Informationsressourcen zu unterstützen, indem ein globales Model grundlegender Klassen und ihrer Assoziationen bereitgestellt wird um solche Anfragen zu formulieren.
  • Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass fortgeschrittene Sprachverarbeitungsalgorithmen und fallspezifische Heuristiken einen bedeutenden Nutzen aus dem CRM ziehen können, um unstrukturierte Textinformation in eine formale logische Form aufzulösen. Das CRM ist jedoch nicht als Mittel gedacht, um geisteswissenschaftliche, semantisch reiche Texte durch logische Formen zu ersetzen, sondern nur als Mittel, um Inhalte zu identifizieren die sich aufeinander beziehen.

Anwender des CRM sollten sich bewusst sein, dass die Definition von Datenerfassungssystemen die Unterstützung einer fachbereichsspezifischen Terminologie benötigt, sowie einen Leitfaden, der festlegt, was und in welcher Folge dokumentiert werden sollte, nebst anwendungsspezifischer Konsistenzkontrollen. Dafür liefert das CRM keine Konzepte.

Auf Grund seiner Struktur und seines Formalismus ist das CRM erweiterbar, und Anwender werden ermutigt, für die Bedürfnisse stärker spezialisierter Fachbereiche und Anwendungen Erweiterungen zu erstellen.

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