Die Umgebung der Informationsvernetzung

Aus CIDOC-CRM

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Absicht einer CRM Kompatibilität basiert auf Interoperabilität. Interoperabilität wird hier auf der Basis spezifischer Kommunikationspraktiken zwischen Informationssystemen definiert. In der gängigen Praxis werden betreffend der Informationssysteme folgende Typen von Umgebungen zur Informationsintegration unterschieden:

1. Lokale Informationssysteme
Dies sind entweder Sammlungsmanagement-Systeme oder Content Management Systeme, die das institutionale Gedächtnis konstituieren und von einer Institution aufrecht erhalten werden. Sie werden für die primäre Datenerfassung genutzt, z.B. relevante Teile von Informationen, seien es Daten oder Metadaten, als primäre Informationen in digitaler Form, die den institutionellen Bedürfnissen entsprechen.
2. Vernetzende Zugangssysteme
Diese stellen eine homogene Zugangsschicht zu mehreren Lokalsystemen bereit. Die Informationen, die sie verwalten, verbleiben vorrangig in den lokalen Systemen. Es ist zu unterscheiden zwischen:
a. Materialisierte Zugangssysteme, die Daten physisch aus den lokalen Systemen, die diese vorhalten, importieren (Data Warehouse Ansatz). Derartige Systeme können sogenannte Metadaten Harvestertechniken verwenden oder auf Datenversand beruhen. Daten können vor ihrer Verschmelzung hinsichtlich des Schemas des Zugangssystems transformiert werden.
b. Mediationssysteme, [Gio Wiederholt] die Anfragen entsprechend eines virtuellen globalen Schemas formulieren, an mehrere lokale Systeme versenden und die Antworten sammeln sowie integrieren. Die Anfragen können entweder mittels des Mediationssystems oder mittels des empfangenden Systems selbst in ein lokales Schema transformiert werden.

Lokale Systeme können auch Daten von anderen Systemen importieren, um Sammlungen zu erweitern oder um Informationen aus anderen Systemen zu verschmelzen. Ein Informationssystem kann Informationen zum Zweck der Migration und des Erhalts exportieren.

Kompatibilität mit dem CRM betrifft ein oder mehrere der nachfolgend genannten Möglichkeiten der Datenkommunikation oder Anwendungsfälle:

  1. Daten innerhalb des Anwendungsbereichs des CRM können aus einem Informationssystem ohne Bedeutungsverluste exportiert werden, wenn sie CRM konzeptgemäß kodiert werden;
  2. Daten innerhalb des Anwendungsbereichs des CRM können in eine andere Form ohne Bedeutungsverluste transformiert werden, wenn sie CRM konzeptgemäß kodiert wurden;
  3. Daten innerhalb des Anwendungsbereichs des CRM können ohne Bedeutungsverluste aus einer kodierten Form in ein Informationssystem importiert werden, wenn sie CRM konzeptgemäß kodiert wurden;
  4. Daten innerhalb des Anwendungsbereichs des CRM, die in einem Informationssystem enthalten sind, können gemäß der CRM Konzepte vollständig abgefragt und abgerufen werden, entsprechend der Aussagekraft einer spezifischen Abfragesprache.

Jegliche Konformitätserklärung einer CRM Kompatibilität muss eine oder mehrere der oben genannten Fallstudien benennen. System- und Datenstruktur-Anbieter dürfen ihre Produkte nicht als "CRM kompatibel" benennen, ohne die angemessen Fallstudien, wie unten ausgeführt, zu spezifizieren.

Im Kontext dieses Kapitels, bedeutet der Ausdruck "ohne Bedeutungsverluste gemäß der CRM Konzepte": Die CRM Konzepte werden benutzt um Gegenstände des Diskurses und ihrer Beziehungen zu klassifizieren. Im Sinn dieser Klassifikation können Daten als Theoreme der Art verstanden werden, die über das CRM Tatsachen aus der wirklichen Welt festlegen, wie z.B. „ein Gegenstand X bildet Teil von: Gegenstand Y“. Wenn die Kodierung z.B. einer Sprache, die benutzt wird, um eine Tatsache zu beschreiben, verändert wird, kann nur eine Experte, der beide Sprachen beherrscht, feststellen, ob die zwei Theoreme wirklich dieselbe Tatsache beschreiben. In diesem Fall gibt es keinen Verlust der Bedeutung hinsichtlich der CRM Konzepte. Fachgruppen, die in der Praxis weniger Konzepte, als die vom CRM bereitgestellten, verwenden, dürfen die CRM Kompatibilität einschränken, indem sie explizit eine Untermenge des CRM deklarieren.

Anwender dieses Standards dürfen CRM kompatible Daten, wie unten ausgeführt, mit Datenstrukturen und Systemen, die entweder detaillierter und spezialisierter als das CRM sind oder dessen Anwendungsbereich außerhalb des CRM steht, kommunizieren. In solchen Fällen garantiert der Standard nur den Erhalt der Bedeutung gemäß der CRM Konzepte. Zusätzliche Informationen, die als Erweiterung der CRM Konzepte angesehen werden können, dürfen jedoch kommuniziert und in CRM kompatiblen Systemen durch den kontrollierten Gebrauch einer angemessenen Terminologie bewahrt werden. Die Spezifikation letzt genannter Techniken fällt nicht unter den Anwendungsbereich dieses Standards. Fachgruppen, die in der Praxis Erweiterungen des CRM benötigen, werden ermutigt ihre Erweiterungen als CRM-kompatible Standards zu deklarieren.

Persönliche Werkzeuge